Der Fakultätentag Informatik (FTI) hat am 24. September 2026 auf dem INFORMATIK FESTIVAL der Gesellschaft für Informatik (GI) in Dresden seine diesjährigen Auszeichnungen verliehen. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert. Professorin Dr. Kristin Peters (U. Augsburg), FTI-Vorstandsmitglied und Jury-Vorsitzende des Gleichstellungs- und Diversitätspreises, übergab die Urkunden vor Ort.

Den Preis für herausragende Gleichstellungs- und Diversitätsarbeit 2026 erhielt die Initiative "Frauen in der Informatik" des Instituts für Informatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Das ganzheitliche und langfristig angelegte Konzept der Initiative überzeugte die Jury am meisten. Die Initiative verbindet vielfältige, niedrigschwellige und partizipative Formate. Damit macht sie die Belange von Frauen sichtbar und schafft geschützte Räume („Safe Spaces“) zur Vernetzung für Frauen und andere marginalisierte Gruppen. Die Jury lobte besonders den nachhaltigen, zielgruppenübergreifenden Ansatz, der zu einer strukturellen Förderung beiträgt. Stellvertretend für das gesamte Team nahm Annika Huch die Auszeichnung in Dresden entgegen.

Bei der Auszeichnung für die beste Masterarbeit gab es 2026 ein Novum: Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Markus Nebel (U. Bielefeld) teilte den Preis auf. Unter den 21 hochkarätigen Einreichungen stachen zwei Forschungsarbeiten als besonders herausragend hervor. Da beide wissenschaftlich exzellent, aber methodisch unterschiedlich ausgerichtet sind, entschied sich die Jury für eine geteilte Vergabe. Ausgezeichnet wurden David Dingel von der Universität Würzburg und Loris Wilwert von der Universität Heidelberg.

David Dingel überzeugte mit seiner Masterarbeit “Relativierbarkeitsbegriffe” mit der Tiefe seiner Ergebnisse in einem sehr anspruchsvollen Gebiet der Theoretischen Informatik, in dem er mit seinem Beitrag den bisherigen Kenntnisstand um ein gutes Stück vorangebracht hat. Die Arbeit zeichnet sich durch eine hohe technische Qualität sowie ein tiefes mathematisches und informatisches Verständnis aus.

Loris Willwert begeisterte die Jury mit seiner Masterarbeit "Engineering Algorithms for Hypergraph Minimum Cut". Darin verbindet er theoretische Tiefe und algorithmische Innovation mit einer praxistauglichen Implementierung und experimenteller Validierung. Er hat dabei die Grenzen der Anwendbarkeit von Min-Cut-Algorithmen für Hypergraphen in praktisch relevante Bereiche verschoben. Seine Ergebnisse sind von ebenbürtiger Relevanz und wurden auf der Konferenz ALENEX 2026 publiziert.